Am 2. Dezember 2025 fand online die Fokusgruppe des Projekts ProPla – Protein aus Kunststoffen statt, eine Initiative, die von der Fondazione Cariplo finanziert und von Prof. Loredano Pollegioni (Universität Insubria) koordiniert wird. An dem Treffen nahmen etwa 40 Teilnehmer aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Fachverbänden teil, mit dem Ziel, industrielle Anwendungen, Marktperspektiven und Verbesserungsstrategien im Einklang mit Nachhaltigkeitskriterien zu bewerten.
Die von den Professoren Elena Maggi und Giulia Pesaro geführte Diskussion hob einen wichtigen Punkt hervor: Um eine echte Wirkung zu erzielen, ist es notwendig, den Prozess vom Labor in einen industriellen Maßstab zu übertragen und gleichzeitig Entwicklungspfade und Partnerschaften im Einklang mit den Zielen der Kreislaufwirtschaft zu definieren.
Eine konkrete Herausforderung: Mikroplastik und seine Auswirkungen auf Ökosysteme
ProPla befasst sich mit einem der dringendsten Umweltprobleme: dem Management von Mikroplastik und der Reduzierung seiner Auswirkungen auf Ökosysteme. Das Projekt verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der Protein-Engineering, Systembiologie und Entomologie integriert, mit dem Ziel, PET aus Abwasser und Trocknerfiltern in Aminosäuren und Proteine umzuwandeln.
Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt
Zu den bereits erzielten Ergebnissen gehört, dass ProPla die Synthese von L- und D-Alanin und Pyruvat durch den Einsatz von Insektenlarven und gentechnisch veränderten Bakterienstämmen meldete.
Aus der Perspektive der Umweltnachweise und -erhebung ergab sich außerdem Folgendes:
- Mikroplastik ist in den Gewässern des Lago di Varese nicht in nennenswertem Umfang vorhanden;
- stattdessen konzentrieren sie sich eher in Trocknerfiltern;
- derzeit auf dem Markt erhältliche Waschmaschinenfilter weisen reichlich Verbesserungspotenzial auf, sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf die Verbreitung.
LATIs Beitrag zum Beirat
Innerhalb des Beirats leistete LATI einen bedeutenden Beitrag in Bezug auf Expertise und strategische Vision und unterstützte den Dialog zwischen Forschung und Industrie, um das Projekt auf konkrete und anwendbare Lösungen auszurichten.
„Ich freue mich sehr, dass LATI Teil dieses Projekts war, denn Industrie und Universitäten müssen Hand in Hand arbeiten, um die Herausforderungen zu lösen, die die Gegenwart im Bereich der Kreislaufwirtschaft stellt.“
Cristiano Citterio, Product Regulatory Affairs Manager bei LATI
Nächste Schritte: Präsenzveranstaltung im Jahr 2026
Das Projekt hat bereits mediale Resonanz gefunden und wird mit einer Präsenzveranstaltung Anfang 2026 fortgesetzt, die der Vorstellung der Gesamtergebnisse und zukünftiger Kooperationsmöglichkeiten gewidmet ist.
Für weitere Informationen: https://www.theproteinfactory2.it/propla
