Die rasante Entwicklung von Hochspannungs- und Stromanwendungen erfordert neue, selbstverlöschende Kunststoffe, die gegenüber Betriebsbedingungen beständig sind.
Bei der Diskussion über nachhaltige Erzeugung und Speicherung elektrischer Energie oder auch nur über Elektromobilität müssen Konstrukteure hohe Ströme bei Nieder- und Hochspannung transportieren. Die Übertragung hoher Ströme erfordert große Leiter, sogenannte Stromschienen, die sich auch in Stromschienenverteilersystemen befinden.

Stromschienen: Fundamentale Elemente für den Hochstromtransport

Der Durchgang sehr hoher Ströme ist mit extrem anspruchsvollen Bedingungen für die Materialien verbunden, auf denen die Leitschienen montiert sind. Erstens die Erwärmung der Schienen selbst, wodurch die maximalen Betriebstemperaturen an die Schwelle von 100 °C gebracht werden. Im Falle einer Fehlfunktion kann die Metalltemperatur jedoch leicht 400 °C überschreiten.
Dann die unerlässliche elektrische Isolierung, die aus offensichtlichen Gründen die Betriebssicherheit in jeder Situation gewährleisten muss. Der Brandschutz im Bereich der E-Mobilität schränkt das Brandverhalten und die Glühdrahtprüfung (GWIT nach IEC60695-2) ein.

Die Herausforderungen von Stromschienenlagern

Die Schienen müssen von soliden Trägern gehalten werden, die mechanischen Spannungen und magnetischen Kräften durch den Strom standhalten. Für das dauerhafte Formen zuverlässiger Träger bietet LATI bewährte historische Lösungen, die sich alle durch die selbstverlöschende UL94 V0-Zertifizierung auszeichnen.
Bei den verwendeten Polymeren handelt es sich um PA6, PA66 und PBT, die durch Flammschutzsysteme auf Basis von rotem Phosphor mit Halogenen und reduzierter Umweltbelastung flammhemmend gemacht werden.

Eine Erfolgsgeschichte in der Elektrogeräteindustrie

Die französische Gruppe SOCOMEC, führend in der Steuerung und Sicherheit von elektrischen Netzen, hat LATAMID 6 H2 G/30-V0HF1 für die SB C 15 Stromschienenlager gewählt.
Das Element SB C 15 ist für drei- oder vierpolige Systeme, sowohl flach als auch vertikal, mit drei Leitern pro Pol ausgelegt. Dank des LATI-Materials kann es Ströme bis zu 6.300 Ampere kontinuierlich und bis zu 80 kA im Kurzschlussfall führen. Das Compound besteht aus PA6, verstärkt mit 30 % Glasfaser, und ist selbstverlöschend ohne Halogene oder roten Phosphor. UL hat es für den Dauereinsatz bis 120 °C zertifiziert.

Kontinuierliche Innovation: Materialien für spezifische Anforderungen

Für noch höhere mechanische Anforderungen bietet LATI selbstverlöschende Compounds auf Basis von PA66, verstärkt mit 50 % Glasfaser, die LATAMID 66 H2 G/50-V0HF1 und V0KB1.
Wenn Feuchtigkeit ein Problem darstellt, können wasserfreie Lösungen gewählt werden. Diese Lösungen basieren auf PBT LATER, Hochtemperaturtypen, die auf PPS LARTON oder neuen Compounds aus aromatischem Polyamid LARAMID T entwickelt wurden. Das PA9T-Polymer hat eine thermische und chemische Beständigkeit, die den Einsatz dieser Komponenten in kritischen Situationen ermöglicht. Sie können beispielsweise in Batterieladesystemen eingesetzt werden, wo die Gefahr thermischer Instabilität besteht. Die Entwicklung der Elektrotechnik erfordert fortschrittliche Kunststoffe, die in der Lage sind, die Herausforderungen intensiver Ströme und extremer Betriebsbedingungen zu bewältigen. Der Einsatz von feuerfesten Materialien verbessert die Sicherheit und Effizienz beim Transport elektrischer Energie. Die E-Mobilitätsindustrie kann erheblich von diesen Innovationen profitieren und so die Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit ihrer Systeme gewährleisten.